Über Wildschweine und eBikes

Im Rahmen eines gemeinsamen Projektes mit meinen Freunden in Bonn, zog es mich für zwei Tage in den Westerwald. Alleine? Keineswegs! Das Team war selbstverständlich im Schlepptau. Und das ist eine ganz besondere Truppe. Wenn ich jetzt allerdings darauf eingehe, was genau diese Truppe so besonders macht, glaubt mir 1. nicht jeder und 2. möchte ich auch keinen zu viel loben. Tz, nicht dass sich da noch jemand bestätigt fühlt! 😉  *An dieser Stelle sich bitte einen ironischen Tonfall vorstellen*.

Mein neuer Kumpel: Keiler Minogue.
Es war eine Art „Betriebsausflug“. Nur ohne Heizdeckenverkauf und auch gab es keine Langeweile. Das kann nicht nur ich garantieren! Zusammen checkten wir ins Hotel ein, gemeinsam zog es uns gegen Abend zur Hachenburger Brauerei zur Brauereibesichtigung. Dort schenkte mir Bianca ein Wildschwein aus Plüsch, welches ich liebevoll „Keiler Minogue“ getauft habe.

Im Anschluss zog es uns noch in die Hotelbar, welche alleine durch unsere Anwesenheit ordentlich in Schwung gebracht wurde. Aber keine Angst, all zu spät wurde es nicht. Denn immerhin mussten wir am Folgetag zur gemeinsamen e-Bike Tour durch den Westerwald aufbrechen.

Der Westerwald im Morgengrauen
Gerne hätte ich verschlafen, aber leider war ich bereits vor meinem Wecker wach. Verdammt. Also ging es doch zum gemeinsamen Frühstück und danach wurde ausgecheckt. Am frühen Morgen war der Himmel frei von Wolken. Wenn die Temperaturen etwas höher gewesen wären, hätte der Kalender Juli anzeigen können. Doch die herbstlichen Temperaturen waren präsent und auch der Himmel hatte plötzlich wieder den typischen Herbst-Look. Die Wolken zogen schnell und ab und zu nieselte es. Aber nur leicht. Leider  😉

Wir fuhren zum vereinbarten Treffpunkt an dem unsere Leih-Bikes gebracht wurden und los ging es. Für mich war es das erste Mal auf so einem Gefährt. Einer nach dem anderen fuhr los, ich hingegen wartete noch etwas, bis das letzte Bike vom Platz gefahren ist. Bei der ersten kleinen Etappe ging es Bergauf. Eine großartige Gelegenheit herauszufinden, dass mein Motor nicht funktioniert. Ich strampelte dennoch weiter, muss allerdings gestehen, dass solche eBikes ohne aktiven Motor doch recht schwer sein können. Mein Geschäftspartner fuhr mir entgegen und meinte spöttisch lachend: „Litz, du schwitzt ja schon!“. Ist ja mal wieder typisch. Hätte er nicht mal derjenige mit einem Defekt am Rad sein können? Wirklich ernst ist das nicht gemeint, keine Sorge.

Es war eine äußerst witzige Situation. Er fuhr mit einem eMountainbike, ich mit einem Straßenrad. Nun tauschten wir zum Test mal die Räder. Ich strampelte wie er in die Pedale und wir versuchten zum selben Zeitpunkt den Motor auf ECO (Stufe 1) zu pushen. Wie soll ich sagen… ich zog an ihm in einem Wahnsinns Tempo vorbei. Aus der Ferne hörte ich ein liebevolles „MARC DU…“ iiiis ja jetzt auch egal was er schrie. 😉 Natürlich fuhr ich wieder zurück zu ihm. Da kam auch schon einer der sportlichen Typen aus unserem Team, der mit mir das Bike tauschte. Er verzichtete also auf den Hilfsmotor. Hut ab. Auch heute noch haben diese Waden meinen vollsten Respekt.

Wir fuhren dann zu dritt den anderen hinterher. Wir holten diese auch recht rasch wieder ein und fuhren als Gruppe weiter. Vom Dorf aus ging es über die Landstraßen, in den Wald hinein. Viel Laub, viel Matsch (ich liebe Räder mit Schutzblech! Hätte einen echten Hals wenn ich, sagen wir mal, mit einem Mountainbike gefahren wäre 😉 ) und so einige Kurven. Starke Strecke. Genau der richtige Zeitpunkt um mit meiner Technik zu spielen. Ich startete aus bloßer Neugier den Motor. Aber nicht auf Stufe 1. Neeee, gleich mal hoch pushen auf die höchste Stufe die der Motor so hergibt. Boah war das eine doofe Idee. Denn es gab einen echten Ruck und ich hätte FAST mit dem Gesicht gebremst. Wäre aber auf Grund des feuchten Erdreiches eher sanft gewesen. Ich schleuderte also nur etwas und schaltete das Ding, mit der Hoffnung dass es keiner gesehen hat, sofort wieder aus.

Während der knapp 3 stündigen Radtour durch den Westerwald, gab es nette Gespräche, viel zu lachen und gegen Ende auch gutes Wetter. Danach war ich doch sehr erstaunt, wie matschig ein paar Sneakers nach ca. 40km Radfahren sein können. Es fühlte sich an, als hätte man nicht nur Socken über seinen Füßen, sondern zusätzlich noch über seinen Schuhen. Aber keine Sportsocken, sondern diese dicken Windersocken, die irgendwann mal die Oma für einen gestrickt hatte.

Das Dream-Team auf dem Hachenburger Marktplatz 😉

Fazit: Ein gelungener Ausbruch aus dem Arbeitsalltag der mir wieder mal gezeigt hat, wie matschig Wälder im Herbst sind, wie schmutzig Schuhe werden können und welches Vergnügen es ist, mit solch besonderen Menschen zusammenarbeiten zu dürfen. Großartig.

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.